ImpressumNutzungsbedingungen 28.09.2022, 18:12

Autor Thema: Hilfe zur Schadensdiagnose  (Gelesen 1472 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Strece

Hilfe zur Schadensdiagnose
« am: 09.12.2021, 19:22 »
nach oben
Hallo,

ich br?uchte Hilfe bei der mir gestellten Schadensdiagnose meines Fiat 500 1.3 Multijet Bj. 2008 (Diesel) Laufleistung 185000km

Erstmal zur Vorgeschichte:
War auf der Autobahn unterwegs, als es pl?tzlich ein dumpfes lautes Knallen gab (klang wie ein abgeplatzter Schlauch), danach ging die Motorkontrolleuchte und die ?ldruckwarnleuchte an. Weiterhin meldete der Bordcomputer: Leistungsabfall, Motorproblem, abfallender ?ldruck und Anhalten als Hinweis.

Nach dem Anhalten und abstellen des Motor habe ich versucht diesen erneut zu starten, leider ohne Erfolg. Man h?rte nur das der Motor dreht, aber keine Z?ndversuche. Also ADAC angerufen, der hat uns abgeschleppt und nach einigen Versuchen des Motorstarten und auslesen des Fehlerspeicher gab es die Diagnose: Nockenwellensenor defekt (im Fehlerspeicher) und geplatzte Leitung des Turbolader. Wegen des kaputten Nockenwellensensor keine Kraftstoffeinspritzung so die Erkl?rung des ADAC Angestellten.

Der Wagen wurde darauf abgeschleppt und von unserem vertrauten Dorf KFZ Meister gesichtet, dieser machte die Diagnose Motorschaden. Er hat den Motor nicht aufgemacht, er meinte die Diagnose vom Klang beim Anlassen (klingt so als w?rden nur zwei Zylinder laufen). Also ging der Wagen in eine Fiat Vertragswerkstatt, wo eine weitere Diagnose gestellt wurde: defekte oder gerissene Steuerkette. Sie haben ebenfalls nicht den Motor zerlegt, aber gesagt das sich die Nockenwelle nicht dreht, wenn Sie manuell an der Kurbelwelle drehen. Reparaturkosten ca. 1500? oder mehr sofern der Motor gr??eren Schaden genommen hat (Ventile, etc...). Die Fehlermeldung Nockenwellensensor soll von der defekten/gerissenen Steuerkette kommen. Am Turbolader w?re alles in Ordnung zwecks den Leitungen.

Ich bin kein Experte, aber mir erschlie?t sich die Diagnose nicht vollst?ndig. M?sste ein Fahrzeug wo die Steuerkette w?hrend der Fahrt rei?t oder springt nicht ausgehen weil der Motor aussetzt oder blockiert? Oder hatten wir einfach Pech und die Steuerkette hat nach dem Abstellen des Motor versagt? Die Steuerkette hat ein Intervall von 250000km, der Wagen aktuell 185000km. Auch kam es mir komisch vor, das sich der Motor ganz normal angeh?rt hat beim Anlassen als versucht wurde diesen zu starten. Also nach meinen Ohren kein Klappern, Schleifen oder irgendein anderes komisches Ger?usch. (Wie gesagt kein Fachmann, kann also was ?berh?rt haben)

Kann es noch andere Ursachen geben das der Motor nicht startet weil kein Kraftstoff eingespritzt wird? Oder sofern es wirklich die Steuerkette ist, was kann dann alles an Folgesch?den bei diesem Typ Motor aufkommen?

W?rde mich sehr um Hilfe freuen, da mir das Auto doch am Herzen liegt.

Der Jens

Re: Hilfe zur Schadensdiagnose
« Antwort #1 am: 09.12.2021, 19:59 »
nach oben
Also wenn die Steuerkette rei?t und die Nockenwelle stehen bleibt, dann geht die Motorleistung sofort auf Null.
Der Motor mu? deshalb aber nicht zwangsl?ufig blockieren, ein ausrollen ist durchaus m?glich.

Wenn die Nockenwelle stehen bleibt, dann ist die gro?e Frage: in welcher Stellung der Ventile ?

Wenn man gro?es Gl?ck hat, dann stehen die Ventile nicht ganz offen und kollidieren nicht mit dem Kolben. Der Motor dreht dann noch, z?ndet aber nicht.

In so einem Fall k?nnte es lohnen, den Motor zu reparieren. Man sollte aber auf jeden Fall in jeden Zylinder schauen, denn die Reparatur der Steuerkette bei einem Motor dessen Zylinderlauffl?chen durch Bruchst?cke besch?digt sind, macht keinen Sinn.

Wenn in mindestens einem der Zylinder ein Schaden entstanden ist, dann kann man den Motor abschreiben. Bei der Laufleistung ist eine Reparatur wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Dann k?me noch ein Austauschmotor in Betracht, entweder quasi neu von Fiat, oder vom Schrott.

Angesichts von Alter und Laufleistung des Wagens ist das rein wirtschaftlich nicht sinnvoll. Das Auto ist dann ganz eindeutig ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Wer in 13 Jahren nur auf 185.000km kommt, der braucht keinen Diesel. Ich w?rde mich nach einem normalen 500er mit dem 69PS Vierzylinder umschauen.
Gruss,

Der Jens

595C 145PS, Vmaxx Gewindefahrwerk, vorne mit Federn 40-220, -3 Grad Sturz, Hoehe 315/320, OZ Ultraleggera 7x15 ET30 mit 195/55/15

Strece

Re: Hilfe zur Schadensdiagnose
« Antwort #2 am: 09.12.2021, 20:05 »
nach oben
Danke f?r deine Antwort Jens.
Also der Motor hat auf der Autobahn nachdem die Warnleuchten angingen, noch auf Gas reagiert aber mit verminderter Leistung. Erst nach dem Abstellen konnte man diesen nicht mehr starten.

Gut in jeden Zylinder schauen w?rde Gewissheit bringen aber wei?t du in etwa was sowas kosten w?rde, weil das sollte ja sich ja noch rechnen und nicht zu teuer werden. Oder kann man auch ohne vollst?ndiges Demontieren des Motor eine genauere Analyse machen, z.B. ob die Ventile besch?digt sind.


chain

Re: Hilfe zur Schadensdiagnose
« Antwort #3 am: 09.12.2021, 21:45 »
nach oben
Kompressionsmessung durchgefuehrt? Mit einen Endoskop kann man etwas in die Brennraeume gucken. Ob man an der Stellung der Steuerkette etwas erkennen kann weiss ich bei dem Motor nicht. Aber so eine Kette oder der Kettenspanner kann schon kaputtgehen (Bei manchen VW TSI alle 40-60tsd Kilometer ;-) )
Und wenn die kaputt geht sind auch Ventile in der Regel krumm.
Ob man sieht ob die Nockenwelle mitdreht wenn man mit eingelegtem Motor schiebt (durch den ?leinf?llstutzen evtl.) weiss ich auch nicht. Geht aber bei manchen Motoren.
500, Abarth 500, Abarth 595C Turismo, Abarth 124 Spider

Der Jens

Re: Hilfe zur Schadensdiagnose
« Antwort #4 am: 10.12.2021, 07:35 »
nach oben
Also der Motor hat auf der Autobahn nachdem die Warnleuchten angingen, noch auf Gas reagiert aber mit verminderter Leistung. Erst nach dem Abstellen konnte man diesen nicht mehr starten.
Ok, folgende Theorie:
Das Geraeusch (der Knall) wurde weder durch einen geplatzten Schlauch, noch durch eine gerissene Steuerkette verursacht, sondern durch einen gebrochenen Steuerkettenspanner !

Dadurch hat die Steuerkette keine Spannung mehr und die Steuerzeiten verschieben sich deutlich, was zum Leistungsverlust und zur Fehlermeldung des Nockenwellensensors fuehrt. Diese Fehlermeldung verhindert dann das wieder anlassen.

Durch das starke Spiel der Kette kommen kleine hin und her Bewegungen an der Kurbelwelle nicht an der Nockenwelle an. Wuerde man den Motor eine komplette Umdrehung drehen, wuerde sich die NW aber schon mitdrehen.

Bei diesem Schadenshergang ist es durchaus moeglich, dass keine weiteren Schaeden am Motor entstanden sind ausser vielleicht Kratzer an der Wand vom Steuerkettenkasten.

Die Reparatur wuerde sich dann also beschraenken auf einen neuen Steuerkettenspanner samt neuer Steuerkette und einer Reinigung des Steuerkettenkastens um zu vermeiden, dass Spaene spaeter Schaden anrichten.
Gruss,

Der Jens

595C 145PS, Vmaxx Gewindefahrwerk, vorne mit Federn 40-220, -3 Grad Sturz, Hoehe 315/320, OZ Ultraleggera 7x15 ET30 mit 195/55/15

Strece

Re: Hilfe zur Schadensdiagnose
« Antwort #5 am: 14.12.2021, 09:48 »
nach oben
Hallo Jens,

danke f?r die R?ckmeldung, das w?re auch eine m?gliche Ursache.
Ich werde nun mal schauen das genauer nachgeschaut wird um die Diagnose auch sicher festzustellen.